Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Familienservicebüro/Leibniz Universität Hannover
Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Familienservicebüro/Leibniz Universität Hannover
  • Zielgruppen
  • Suche
 

Dr. Florian Leydecker im Interview

1. Persönliche Angaben

Als Diplom-Mathematiker bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Angewandte Mathematik. Ich unterrichte „Mathematik 1/2 für Studierende der Wirtschaftswissenschaften“ und „Mathematik 3/4 für Ingenieure“ und habe zahlreiche Verwaltungsaufgaben. Weiterhin organisiere ich diverse Schülerprojekte und bin wissenschaftlicher Leiter von uniKIK.Im Mai 2014 wurde unsere Tochter Anna geboren. 

2. Konkrete Beteiligung an Kindererziehung/-betreuung

Ab der Geburt von Anna haben meine Frau und ich für einen Monat zusammen Elternzeit genommen, ich habe dann wieder angefangen zu arbeiten, während meine Frau insgesamt acht Monate zu Hause geblieben ist und dann wieder in Vollzeit gearbeitet hat. Im Anschluss daran habe ich noch fünf Monate Elternzeit genommen. In dieser Zeit habe ich mich um alles gekümmert, bin zum Spiel- und Bewegungskreis und Babyschwimmen gegangen, habe Arzttermine wahrgenommen, mich mit anderen Eltern mit Kleinkindern getroffen usw. Weiterhin habe ich die Eingewöhnung in die KiTa durchgeführt. Während meiner Elternzeit habe ich fünf Stunden die Woche gearbeitet, um zum einen nicht den Kontakt zur Arbeit zu verlieren und um schwer zu delegierende Tätigkeiten noch zu erledigen. Häufig habe ich Anna mit in die Uni genommen, was problemlos geklappt hat.

Aktuell sind meine Frau und ich wieder in Vollzeit tätig und teilen uns die Betreuung unserer Tochter. Morgens mache ich sie fertig und bringe sie zur KiTa, nachmittags holt meine Frau sie ab. Wenn ich dann später nach Hause komme, kümmern wir uns gemeinsam um sie, gehen zum Spielplatz oder zum Babyturnen. Für jeden von uns ist es kein Problem, unsere Tochter auch mal alleine zu versorgen oder sie ins Bett zu bringen.

3. Konkrete Beteiligung an Haushaltstätigkeiten

Um den Haushalt kümmern wir uns in gleichen Teilen. Wenn wir aber mal keine Zeit dazu haben, dann bleibt halt etwas liegen. Da sind wir ganz entspannt. 

4. Über die Mutter

Meine Frau ist Oberärztin für Gastroenterologie und Geriatrie in einem städtischen Krankenhaus. 

5. Was war Ihre Motivation, sich aktiv an der Kindererziehung und –betreuung zu beteiligen?

Mir ist es wichtig, möglichst viel Zeit mit meiner Tochter zu verbringen, und eine innige Beziehung zu ihr aufzubauen. Da ich die Partnerschaft mit meiner Frau als in allen Belangen gleichberechtigt sehe, ist es für mich selbstverständlich, dass wir uns auch in gleichen Teilen um unsere Tochter kümmern.

6. Gibt es Hürden und besondere Herausforderungen bei der Ausübung aktiver Vaterschaft?

Große Hürden hatte ich eigentlich nicht zu überwinden. Ich habe die Elternzeit im Institut vorbereitet und mit meinen Kollegen, die mich vertreten haben, abgesprochen. Meist bin ich auf großes Verständnis gestoßen. Durch flexible Arbeitszeiten ist es für mich auch möglich, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen. 

7. Welche positiven Erfahrungen haben Sie gemacht?

Eine ganz besondere Beziehung zu meiner Tochter und ganz natürlicher Umgang mit allen Problemen. Es war eine sehr gute Erfahrung, während meiner fünf Monate Elternzeit komplett alleine verantwortlich für unsere Tochter zu sein.

8. Haben Sie Anregungen und Wünsche an Politik und Arbeitgeber zur Verbesserung?

der Situation aktiver Väter und zum Abbau von Hürden auf dem Weg zur aktiven Vater-schaft?Der Arbeitgeber sollte seine Mitarbeiter ermutigen, Elternzeit zu nehmen und dies auch unterstützen. Es ist zu hoffen, dass durch die zunehmende Zahl von Vätern, die sich aktiv einbringen, dies einfach „normal“ wird.

9. Haben Sie Empfehlungen oder Tipps für andere (werdende) Väter?

Einfach machen! Ich kann jedem nur empfehlen, Elternzeit zu nehmen und vielleicht sogar mal für einige Zeit die Hauptverantwortung zu übernehmen.