Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Familienservicebüro
Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Familienservicebüro
  • Zielgruppen
  • Suche
 

Gefährdungen

Schwangere dürfen nicht mit folgenden Arbeiten beschäftigt werden, da sie zu Schädigungen des Ungeborenen sowie der Schwangeren führen können.
  

  •  schwere körperliche Arbeiten
  •  Arbeiten, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von gesundheitsgefährdenden Stoffen oder Strahlen, von Staub, Gasen oder Dämpfen, von Hitze, Kälte oder Nässe, von Erschütterungen oder Lärm ausgesetzt sind.
  • regelmäßiges heben, bewegen oder befördern von Lasten von mehr als fünf Kilogramm Gewicht oder gelegentlich mehr als zehn Kilogramm Gewicht ohne mechanische Hilfsmittel von Hand
  • sollen größere Lasten mit mechanischen Hilfsmitteln von Hand gehoben, bewegt oder befördert werden, so darf die körperliche Beanspruchung der werdenden Mutter nicht größer sein als oben genannt
  • nach Ablauf des fünften Monats der Schwangerschaft mit Arbeiten, bei denen sie ständig stehen müssen, soweit diese Beschäftigung täglich vier Stunden überschreitet.
  • Arbeiten, bei denen sie sich häufig erheblich strecken oder beugen oder bei denen sie dauernd hocken oder sich gebückt halten müssen,
  • Bedienung von Geräten und Maschinen aller Art mit hoher Fußbeanspruchung, insbesondere von solchen mit Fußantrieb,
  • Schälen von Holz
  • Arbeiten, bei denen infolge der Schwangerschaft in besonderem Maße die Gefahr besteht, an einer Berufskrankheit zu erkranken
  • Arbeiten bei denen durch das Risiko der Entstehung einer Berufskrankheit eine erhöhte Gefährdung für die werdende Mutter oder eine Gefahr für die Leibesfrucht besteht.
  • nach Ablauf des dritten Monats der Schwangerschaft auf Beförderungsmittel
  • Arbeiten, bei denen erhöhte Unfallgefahren, insbesondere der Gefahr auszugleiten, zu fallen oder abzustürzen, bestehen.
  • Akkordarbeit und sonstige Arbeiten, bei denen durch ein gesteigertes Arbeitstempo ein höheres Entgelt erzielt werden kann
  • Fließarbeit mit vorgeschriebenem Arbeitstempo


Die Aufsichtsbehörde kann Ausnahmen bewilligen, wenn die Art der Arbeit und das Arbeitstempo eine Beeinträchtigung der Gesundheit von Mutter oder Kind nicht befürchten lassen. 

Im Einzelnen sind folgende Maßnahmen zu beachten:

Gefahrstoffe

 Der Umgang für werdende Mütter mit sehr giftigen, giftigen, gesundheitsschädlichen oder in sonstiger Weise den Menschen chronisch schädigenden Gefahrstoffen ist verboten, sofern der Grenzwert überschritten wird. Das bedeutet, dass werdende oder stillende Mütter nur mit diesen Gefahrstoffen umgehen dürfen, sofern durch Messungen nachgewiesen ist, dass der Grenzwert nicht überschritten wird, und ein Hautkontakt ausgeschlossen ist. Der Grenzwert ist überschritten, wenn die Einhaltung des Luftgrenzwertes nicht nachgewiesen ist.

Ebenso ist der Umgang mit krebserzeugenden, fruchtschädigenden oder erbgutverändernden Gefahrstoffen für werdende Mütter verboten. Dies gilt nicht, wenn die werdenden Mütter bei bestimmungsgemäßem Umgang den Gefahrstoffen nicht ausgesetzt sind. Die werdende Mutter ist einem Gefahrstoff ausgesetzt, wenn eine über die ubiquitäre Luftverunreinigung (Hintergrundbelastung) hinausgehende Exposition vorliegt

Krankheitserreger

Schwangere dürfen nicht mit Stoffen oder Zubereitungen oder Erzeugnissen umgehen, die ihrer Art nach erfahrungsgemäß Krankheitserreger übertragen können, wenn sie den Krankheitserregern ausgesetzt sind.

Krankheitserreger können möglicherweise noch unerkannt vorhanden sein, zum Beispiel in Proben von Bodenmaterial, Abwasserproben, Lebensmittelproben, Untersuchungsmaterial mit hohem Gehalt an organischen Bestandteilen, biologischem Untersuchungsmaterial sowie sonstigen mikrobiell kontaminierten Proben.

Gentechnische Laboration

Krankheitserreger können möglicherweise noch unerkannt vorhanden sein, zum Beispiel in Proben von Bodenmaterial, Abwasserproben, Lebensmittelproben, Untersuchungsmaterial mit hohem Gehalt an organischen Bestandteilen, biologischem Untersuchungsmaterial sowie sonstigen mikrobiell kontaminierten Proben.Werdende oder stillende Mütter dürfen keinen Umgang mit Versuchstieren haben, insbesondere keine mikrobiologischen oder toxikologischen Tierversuche durchführen. Nichtinfizierte spezifisch pathogenfreie Tiere (SPF-Tiere) dürfen versorgt werden.

Weiterhin dürfen werdende oder stillende Mütter nicht mit der Bearbeitung unfixierter Präparate aus menschlichen oder tierischen Organen beschäftigt werden.

Die Züchtung von Normal- und Tumorzellen sowie deren Haltung kann von werdenden oder stillenden Müttern durchgeführt werden, sofern diese Zellen keine menschenpathogenen Viren enthalten.

Ionisierende Strahlen

Nach der Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen (Röntgenverordnung - RöV) und durch ionisierende Strahlen (Strahlenschutzverordnung - StrlSchV) darf schwangeren Frauen der Zutritt zu Kontrollbereichen nur erlaubt werden, wenn sie zur Durchführung oder Aufrechterhaltung der darin vorgesehenen Betriebsvorgänge tätig werden müssen, der Strahlenschutzbeauftragte dies ausdrücklich gestattet und durch geeignete Überwachungsmaßnahmen sicherstellt, dass der besondere Dosisgrenzwert (1 mSv) eingehalten und dies dokumentiert wird. Der Zutritt als helfende Person darf nur gestattet werden, wenn zwingende Gründe dies erfordern.

Für ein ungeborenes Kind, das auf Grund der Beschäftigung der Mutter einer Strahlenexposition ausgesetzt ist, beträgt der Grenzwert der Dosis aus äußerer und innerer Strahlenexposition vom Zeitpunkt der Mitteilung der Schwangerschaft bis zu deren Ende 1 Millisievert. Als Äquivalentdosis des ungeborenen Kindes gilt die Organdosis der Gebärmutter der schwangeren Frau.

Die berufliche Strahlenexposition muss arbeitswöchentlich ermittelt und der werdenden Mutter mitgeteilt werden.

Frauen sind im Rahmen der Unterweisungspflicht des Arbeitgebers darauf hinzuweisen, dass eine Schwangerschaft im Hinblick auf die Risiken einer Strahlenexposition für das ungeborene Kind so früh wie möglich dem Arbeitgeber mitzuteilen ist. Für den Fall einer Kontamination der Mutter ist weiterhin darauf hinzuweisen, dass der Säugling beim Stillen radioaktive Stoffe inkorporieren könnte.
Sobald eine Frau ihren Arbeitgeber darüber informiert hat, dass sie schwanger ist oder stillt,  sind ihre Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass eine innere berufliche Strahlenexposition ausgeschlossen ist.

Wegen des unter Umständen hohen Schutzaufwandes wird empfohlen, dass beim Umgang mit radioaktiven Stoffen oder Röntgenstrahlen werdende Mütter in andere Bereiche umgesetzt werdend.
Das muss in einer Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes der Schwangeren festgehalten werden.
 

Nicht-ionisierende Strahlen

In bestimmten Bereichen von starken magnetischen oder elektromagnetischen (Streu-) Feldern ist eine nachteilige Wirkung auf den menschlichen Organismus, insbesondere auch auf die werdende Mutter und die Leibesfrucht, nicht auszuschließen. Es wird daher (entsprechend den Empfehlungen des Bundesamtes für Strahlenschutz und der Strahlenschutzkommission) empfohlen, Schwangere nicht einzusetzen:

  • im Magnetraum von MR-Tomographieanlagen,
  • an Hyperthermie-Arbeitsplätzen,
  • an Hochfrequenzwärmetherapiegeräten 

Beurteilung der Arbeitsbedingungen

Nach Bekanntgabe der Schwangerschaft muss eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen vom Arbeitgeber oder von einer fachkundigen beauftragten Personen erfolgen, um alle Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit sowie alle Auswirkungen auf die Schwangerschaft abzuschätzen.  Die Beurteilung ist rechtzeitig, nachweisbar spätestens nach Mitteilung der Arbeitnehmerin über eine bestehende Schwangerschaft und vor Weiterbeschäftigung der Arbeitnehmerin durchzuführen. Aufgabe des Mutterschutzes ist eine möglichst frühzeitige Vorsorge für Mutter und Kind. Im Mutterschutz gilt das Risikominimierungsgebot in besonderem Maße. Ergibt die Beurteilung, dass die Sicherheit oder Gesundheit der Schwangeren gefährdet ist und dass Auswirkungen auf Schwangerschaft oder Stillzeit möglich sind, so resultieren daraus Schutzmaßnahmen und Beschäftigungsverbote.
Von der niedersächsischen Gewerbeaufsicht gibt es eine Gefährdungsbeurteilung, die als Vorlage empfohlen wird. Die Gefährdungsbeurteilung bleibt im Institut und kann auch für anderen Mitarbeiterinnen zu Rate gezogen werden.
Überhaupt ist es sinnvoll und vorgesehen, dass alle Mitarbeiterinnen im gebärfähigen Alter informiert sind über Arbeitsbedingungen und mögliche Beschäftigungsverbote.

Der Arbeitgeber hat die werdende oder stillende Mutter, die übrigen bei ihm beschäftigten Arbeitnehmerinnen und den Personalrat oder die Mitarbeitervertretung über das Ergebnis der Beurteilung zu unterrichten.
Ergibt die Beurteilung, dass die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmerin gefährdet ist, so trifft der Arbeitgeber die erforderlichen Maßnahmen zur Umgestaltung der Arbeitsbedingungen.
Für die Beurteilung von Arbeitsplätzen im Hinblick auf die Gefährdung durch Gefahrstoffe bieten die Betriebsanweisungen, Sicherheitsdatenblätter und die Kennzeichnung von Gebinden eine gute Informationsquelle.

 

Beschäftigungsverbote

Die Beschäftigungsverbote werden in generelle und individuelle Verbote eingeteilt. Die generellen Beschäftigungsverbote gelten unabhängig vom individuellen Gesundheitszustand einer Frau und ihrer körperlichen Konstitution. Der Arbeitgeber ist für die Umsetzung verantwortlich.

Anhand der Gefährdungsbeurteilung entscheidet der Arbeitgeber, ob er die werdende Mutter unverändert weiter beschäftigen kann oder ob besondere Schutzmaßnahmen erforderlich sind.
Kann der Arbeitgeber den bisherigen Arbeitsplatz nicht so umgestalten, dass die gesetzlichen Beschäftigungsverbote eingehalten werden, so muss die werdende Mutter auf einen anderen geeigneten Arbeitsplatz umgesetzt werden.
Ist eine Umsetzung nicht möglich, muss der Arbeitgeber ein Beschäftigungsverbot für die gefährdenden Tätigkeiten aussprechen, d.h. er muss die Mitarbeiterin teilweise oder vollständig von der Arbeit freistellen.
Die individuellen Beschäftigungsverbote sind auf den persönlichen Gesundheitszustand der werdenden Mutter bezogen und werden durch ein ärztliches Zeugnis belegt.

S. 16 Arbeitsmedizinische Vorsorge 

Die  Betriebsärztin/ der Betriebsarzt an der Leibniz Universität bekommt eine Mitteilung der Personalabteilung über eine gemeldete Schwangerschaft. Diese/r informiert jede Schwangere per Mail bzw. per Post, dass sie sich betriebsärztlich beraten lassen kann, wenn Sie Fragen zum Mutterschutz hat. Bei Bedarf kann der Betriebsarzt den Arbeitsplatz anschauen, um zu sehen, ob weitere Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

 
Medikamente und Impfungen

 
Generell sollte jede Einnahme von Medikamenten vorab mit der/dem behandelnden Ärztin/ Arzt besprochen werden, da diese zu Schädigung des Ungeborenen führen können.
Impfungen in der Schwangerschaft werden nur durchgeführt, wenn sie dringend indiziert sind. Eine Ausnahme ist die präventive Impfung gegen Grippe.Die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut werden jährlich aktualisiert (www.rki.de). Vor der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt ist eine Impfung gegen Keuchhusten zu empfehlen, wenn kein Immunschutz besteht.
Gerne können sich Mitarbeiterinnen vor einer geplanten Schwangerschaft hinsichtlich des von der Universität zu leistenden berufsbezogenen Impfschutzes betriebsärztlich beraten lassen.